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Pfarrkirche Klein-Pöchlarn

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Pfarrkirche

Pfarrkirche Gemeinde Klein-Pöchlarn

Erstmals urkundlich erwähnt wird unser Gotteshaus 1391. In einem Steuerverzeichnis der Herrschaft Regensburg über die Hofmark Pöchlarn, zu welcher auch Klein-Pöchlarn gehörte, wird ein Weingarten "hinder der chirchn" genannt.

Die Weihe zu Ehren des Hl. Otmar nahm Bischof Nikolaus vermutlich um 1400 vor. Bischof Nikolaus scheint v. 1393-1409 als Weihbischof von Passau auf. Er starb um 1410 in Krems und ist in der dortigen Dominikanerkirche beigesetzt. Der Hl. Otmar wurde um 689 in der Bodenseegegend geboren und wirkte ab 719 als Abt des Klosters St. Gallen. Er starb am 16. 11. 759. Beigesetzt in der Otmarkirche zu St. Gallen, wurde er im Jahre 864 heilig gesprochen.
Unsere Pfarrkirche ist übrigens die einzige diesem Heiligen geweihte Kirche im Bereich der Diözese St. Pölten.

Die ältesten, aus der Ursprungszeit stammenden, Teile sind zweifellos das Presbyterium mit 3 der 5 hoch angesetzten zweiteiligen Fenster.
Ihre heutige Form erhielt die Kirche um 1500 durch Hans Geyer, oberster kaiserlicher Baumeister und damaliger Pfleger der Herrschaft Pöchlarn, welcher das Langhaus der Kirche gegen Norden um 2,60 m verbreitete und durch 2 achtseitige schlanke Pfeiler auf rundem Sockel in eine dreiteilige Halle verwandelte. Die am Aufgang zum Musikchore ersichtliche Jahreszahl "1517" zeigt uns wahrscheinlich den Abschluss dieser Arbeiten an.
Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch das an der Südseite der Kirche befindliche Ölbergrelief.
Unter dem damaligen Vikar Melchior Opilio erhielt die Kirche ihre barocke Ausstattung.
1706: Kirchenstühle (deren Wangen wurden bei der Innenrenovierung 1969 auf die neuen Stühle aufgesetzt)

1716: Hochaltar mit einem Altarbild von dem Melker Künstler Ursus Viktor Stöbler, flankiert von den Figuren des Hl. Leopold (1075- 1136, Babenberger, als Leopold III Markgraf von Österreich, Landespatron von NÖ) und des Kirchenpatrons Otmar. Dieser Altar musste vorübergehend von 1894 - 1969 einem neugotischen Hochaltar weichen.
Um 1720: Kreuzaltar mit den Heiligen Wolfgang und Sebastian. Der Hl. Wolfgang, 924 geboren und 972 zum Bischof von Regensburg geweiht, weilte auf seinen vielen Visitationsreisen oftmals auch in der Hofmark Pöchlarn. Auf einer dieser Reisen starb er am 31.10. 994 in Pupping in der Nähe von Eferding (OÖ).
Der Hl. Sebastian, welcher im 3. Jahrhundert in Italien lebte und dort angeblich am 21. 1. 288 den Märtyrertod starb, wird auch als Pestheiliger verehrt. Die in unserem Orte mehrmals wütende Pest lässt einen Bezug zu diesem Heiligen erkennen.
1721: Marienaltar mit den flankierenden Heiligen Anna und Joachim, den Eltern der Mutter Christi.
Die sechseckige Kanzel stammt aus dem Jahre 1758.
Das Taufbecken wurde ebenfalls in der 2. Hälfte des 18. Jhdts. angefertigt.
Ein Teil der Innenraumpflasterung mit Kehlheimer Platten wurde 1807 verlegt.
Die rote Marmorplatte in der Mitte der Kirche bedeckt die Grabstätte eines Priesters. Priester und besondere Wohltäter der Kirche wurden früher innerhalb der Kirche bestattet.
Die vier großen Gemälde mit den Aposteln Matthäus, Simon, Jakobus der Ältere und Jakobus der Jüngere wurden Mitte des 18. Jhdts. angefertigt und kamen 1830 als Geschenk von Maria Taferl hierher. Die Kirche zu Klein-Pöchlarn galt über längere Zeit als Mutterkirche der bekannten Basilika.
Die 14 Kreuzwegstationen wurden 1841 von Anton Mayr, einem Schüler des berühmten "Kremser Schmidt", gemalt.
Das Ursprungsdatum der Orgel lautet 1840 (1965 elektrifiziert), jenes der 1. Turmuhr 1845, diese wurde 1980 durch die nunmehrige elektrische Uhr ersetzt.
Im Zug der bereits erwähnten Innenrenovierung 1969 kam auch ein Volksaltar zur Aufstellung (Weihe am 8. 10. 1969).
In den Jahren 2000 - 2004 wurden das Äußere unserer Kirche sowie der Pfarrhof generalsaniert, der Platz um die Kirche neu gepflastert, bzw. neu angelegt und mit einem schmiedeisernen Zaun umgeben.

Das Geläute der Kirche zu St. Otmar besteht aus 4 Glocken:
Glocke mit dem Ton E, Gewicht 106 kg, mit der Inschrift " Hl. Otmar, bitte für uns", Glocke mit dem Ton Cis, Gewicht 213 kg, mit der Inschrift "Hl. Josef, bitte für uns", Glocke mit dem Ton A, Gewicht 423 kg mit der Inschrift "Maria, Friedenskönigin, bitte für uns" sowie eine Glocke mit 54 kg Gewicht aus dem Jahr 1757. Die drei erstgenannten Glocken wurden am 4.6.1950 geweiht, die letztgenannte dient als Sterbeglocke.

Klein-Pöchlarn war von 1429 an durch einen ständigen Vikar besetzt (Mutterkirche war Pöchlarn am anderen Donauufer).
1792 wurde der Ort landesfürstliche Pfarre. Sie gehört heute zur Diözese St. Pölten und ist eine von 18 Pfarren des Dekanates Maria Taferl.

Pfarrer Mag. Josef GORNICKI ist seit 1996 als Provisor und seit 2004 als Pfarrer von Klein-Pöchlarn hier tätig.


Zusammengestellt von Horst Erhart im Juli 2009

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