Schafe übernehmen Landschaftspflege auf Klein-Pöchlarner Rindfleischberg

13.07.2020 09:22

2020-07-10 Rindfleischberg_cRoester (13)

(v.l.): Bgm Johannes Weiß – Gem. Klein Pöchlarn; Rosemarie Sinn - NMS Pöchlarn, Karin Schmid - Energie und Umweltagentur NÖ; Naturschutzexperte Reinhard Kraus; Helmut Kolm - Ökokreis Waldviertel; Jagdaufsicht Helmut Loidolt; Schafbauer Johann Eder ©Ignaz Röster (eNu)

Schafe übernehmen Landschaftspflege auf Klein-Pöchlarner Rindfleischberg

Beweidung soll Zuwachsen naturschutzfachlich wertvoller Grünlandflächen verhindern

Damit die artenreichen Halbtrockenrasen, trockenen Glatthaferwiesen und wärmegetönten Landschaftselemente auf dem Rindfleischberg nicht zuwachsen, setzt die Gemeinde Klein-Pöchlarn auf eine Beweidung. Die Schutzgebietsbetreuung Niederösterreich unterstützt sie. Seit 10. Juli 2020 weiden Schafe die zwei Hektar große Fläche ab. 

Der Rindfleischberg liegt mitten im Europaschutzgebiet Strudengau-Nibelungengau. Er war früher ein Weinberg und wurde später extensiv weiterbewirtschaftet. In dieser Zeit entwickelte sich auf den alten Weinterrassen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die ohne regelmäßige Landschaftspflege wieder verschwinden würde. So blühen am Rindfleischberg seltene Orchideen, Kuhschellen und vieles mehr. Bis zu 70 verschiedene Tagfalter und 25 Heuschreckenarten leben von dieser Artenvielfalt. „Vor den Toren unserer Gemeinde liegt ein einzigartiger Naturschatz und wir setzen alles daran, ihn auch für die kommenden Generationen zu erhalten“, betont Klein-Pöchlarns Bürgermeister Ing. Johannes Weiß. Schon vor drei Jahren startete die Schutzgebietsbetreuung NÖ in Kooperation mit der Marktgemeinde ein entsprechendes Projekt, um die wertvollen Wiesen zu erhalten. Sie waren durch einen Strukturwandel in der Landwirtschaft bedroht.

Regelmäßige Pflege sichert Artenvielfalt 

Nur durch eine regelmäßige Pflege, wie zum Beispiel eine naturschutzfachlich begleitete Beweidung, bleiben die hohe Artenvielfalt und der wertvolle Lebensraum erhalten“, erklärt DI Karin Schmid, Regionalkoordinatorin der Schutzgebietsbetreuung im Mostviertel die Notwendigkeit solcher Projekte. Die Beweidung muss zu einem späten Zeitpunkt im Jahr gestartet werden und darf nur eine kurze Zeitspanne dauern. Der wertvolle Pflanzenbestand braucht einerseits Zeit um aussamen zu können, andererseits muss sich der Bestand nach einer kurzen Beweidungsphase wieder gut entwickeln können.

Zusammenarbeit aller entscheidend

Entscheidend für den Erfolg eines solchen Projekts ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten: Der Gemeinde Klein-Pöchlarn, der Landwirte und GrundeigentümerInnen. Bei der Beweidung kommen die Schafe von Landwirt Johann Eder zum Einsatz. Der Zaun wurde vom Verein Ökokreis errichtet. 

Über die Schutzgebietsbetreuung NÖ 

Rund 30 Prozent der niederösterreichischen Landesfläche haben einen Schutzstatus. Seit fünf Jahren arbeitet die Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich gemeinsam mit der Abteilung Naturschutz im Amt der NÖ Landesregierung an der Betreuung der Europaschutzgebiete, Naturschutzgebiete und flächigen Naturdenkmäler. Die Ziele der Betreuungstätigkeit im Schutzgebietsnetzwerk sind, geschützte Lebensräume und Arten möglichst gemeinsam mit den LandnutzerInnen zu erhalten und Bewusstsein für den unschätzbaren Wert der Lebensraum- und Artenvielfalt zu schaffen. 

Auf der Homepage www.naturland-noe.at finden Interessierte weitere Informationen zur Schutzgebietsbetreuung Niederösterreich, den Europaschutzgebieten und Möglichkeiten, sich für den Natur- und Artenschutz zu engagieren. 

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