Schafe
übernehmen Landschaftspflege auf Klein-Pöchlarner Rindfleischberg
Beweidung soll
Zuwachsen naturschutzfachlich wertvoller Grünlandflächen verhindern
Damit die artenreichen Halbtrockenrasen, trockenen Glatthaferwiesen und wärmegetönten Landschaftselemente auf dem Rindfleischberg nicht zuwachsen, setzt die Gemeinde Klein-Pöchlarn auf eine Beweidung. Die Schutzgebietsbetreuung Niederösterreich unterstützt sie. Seit 10. Juli 2020 weiden Schafe die zwei Hektar große Fläche ab.
Der Rindfleischberg liegt
mitten im Europaschutzgebiet Strudengau-Nibelungengau. Er war früher ein
Weinberg und wurde später extensiv weiterbewirtschaftet. In dieser Zeit entwickelte
sich auf den alten Weinterrassen eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die
ohne regelmäßige Landschaftspflege wieder verschwinden würde. So blühen am
Rindfleischberg seltene Orchideen, Kuhschellen und vieles mehr. Bis zu 70
verschiedene Tagfalter und 25 Heuschreckenarten leben von dieser Artenvielfalt.
„Vor den Toren unserer Gemeinde liegt ein einzigartiger Naturschatz und wir
setzen alles daran, ihn auch für die kommenden Generationen zu erhalten“, betont
Klein-Pöchlarns Bürgermeister Ing. Johannes Weiß. Schon vor drei Jahren
startete die Schutzgebietsbetreuung NÖ in Kooperation mit der Marktgemeinde ein
entsprechendes Projekt, um die wertvollen Wiesen zu erhalten. Sie waren durch
einen Strukturwandel in der Landwirtschaft bedroht.
Regelmäßige Pflege sichert Artenvielfalt
„Nur
durch eine regelmäßige Pflege, wie zum Beispiel eine naturschutzfachlich
begleitete Beweidung, bleiben die hohe Artenvielfalt und der wertvolle
Lebensraum erhalten“, erklärt DI Karin Schmid, Regionalkoordinatorin der
Schutzgebietsbetreuung im Mostviertel die Notwendigkeit solcher Projekte. Die
Beweidung muss zu einem späten Zeitpunkt im Jahr gestartet werden und darf nur
eine kurze Zeitspanne dauern. Der wertvolle Pflanzenbestand braucht einerseits
Zeit um aussamen zu können, andererseits muss sich der Bestand nach einer
kurzen Beweidungsphase wieder gut entwickeln können.
Zusammenarbeit aller
entscheidend
Entscheidend für den Erfolg eines solchen Projekts ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten: Der Gemeinde Klein-Pöchlarn, der Landwirte und GrundeigentümerInnen. Bei der Beweidung kommen die Schafe von Landwirt Johann Eder zum Einsatz. Der Zaun wurde vom Verein Ökokreis errichtet.
Über die Schutzgebietsbetreuung NÖ
Rund 30 Prozent der niederösterreichischen Landesfläche haben einen Schutzstatus. Seit fünf Jahren arbeitet die Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich gemeinsam mit der Abteilung Naturschutz im Amt der NÖ Landesregierung an der Betreuung der Europaschutzgebiete, Naturschutzgebiete und flächigen Naturdenkmäler. Die Ziele der Betreuungstätigkeit im Schutzgebietsnetzwerk sind, geschützte Lebensräume und Arten möglichst gemeinsam mit den LandnutzerInnen zu erhalten und Bewusstsein für den unschätzbaren Wert der Lebensraum- und Artenvielfalt zu schaffen.
Auf der Homepage www.naturland-noe.at finden Interessierte weitere Informationen zur Schutzgebietsbetreuung
Niederösterreich, den Europaschutzgebieten und Möglichkeiten, sich für den Natur- und Artenschutz zu engagieren.
Schafe_Rindfleischberg